Forschungsprojekt „Intelli-Pack“ zu intelligenten Verpackungen für Lebensmittel

Die FLMR untersucht rechtliche Implikationen

Leicht verderbliche Lebensmittel wie z.B. Fleischwaren und Salate stellen nach ihrem Verderb eine Gesundheitsgefahr dar. Wann dies der Fall ist, wird in Form eines Mindesthaltbarkeits- oder Verbrauchsdatums zur Zeit des Verpackens prognostiziert. Diese Prognose kann bisher in aller Regel nicht mehr im Nachhinein den tatsächlichen Gegebenheiten angepasst werden und gilt für eine komplette Charge, sodass der Zeitraum vorsorglich eher kürzer bemessen wird. Der individuelle Haltbarkeitszyklus des einzelnen Produkts bleibt unberücksichtigt, obwohl einerseits einzelne Lebensmittel schon vor Ablauf des Mindesthaltbarkeits- oder Verbrauchsdatums wegen falscher Lagertemperaturen oder Unterbrechungen der Kühlkette verderben und andererseits günstige Bedingungen, wie z.B. kühles Wetter, unerkannt eine längere Haltbarkeit bewirken können. In diesem Fall werden die Produkte regelmäßig – gerade im Hinblick auf das angegebene Datum – voreilig entsorgt.

Dieser alltäglichen Problematik im Umgang mit Lebensmitteln begegnen Partner aus Wissenschaft und Industrie im Verbundprojekt „Entwicklung intelligenter Verpackungslösungen zur Steigerung der Ressourceneffizienz in Supply-Chains kühlpflichtiger Lebensmittel (Intelli-Pack)“. Unter der Projektleitung der Universität Bonn entwickeln sie intelligente Verpackungssysteme für Kühlprodukte. Auf den Packungen soll je nach Lagerung und Transport individuell angezeigt werden, wie lange die Lebensmittel noch haltbar sind.

Die Forschungsstelle für Deutsches und Europäisches Lebensmittelrecht (FLMR) der Universität Bayreuth untersucht die mit der Entwicklung der Labels verbundenen rechtlichen Implikationen. Fragen stellen sich vor allem mit Blick auf die Kennzeichnungsanforderungen nach der EU-Lebensmittel-Informationsverordnung sowie die Zulässigkeit der verwendeten Materialien. Ziel ist, den Handlungsbedarf sowohl für die Verwender intelligenter Verpackungen als auch für den Gesetzgeber zu ermitteln.

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Robert Paul Simon und Werner Reichstein von der Universität Bayreuth mit Bundesministerin Julia Klöckner und dem Präsidenten der BLE Dr. Hanns-Christoph Eiden

Im Rahmen der Innovationstage 2018 der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) am 23.10.2018 in Bonn übergab die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft Julia Klöckner persönlich die Zuwendungsbescheide. Das Projekt wird im Rahmen des Programms zur Innovationsförderung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) mit knapp 1,8 Mio. Euro in einer Laufzeit von drei Jahren gefördert. Die Projektleitung für die Universität Bayreuth hat Prof. Dr. Markus Möstl inne. Die eingeworbene Stelle zur Durchführung des Projekts wird von Robert Paul Simon als wissenschaftlichem Mitarbeiter besetzt.

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Die Projektpartner mit Bundesministerin Julia Klöckner

Partner des Vorhabens sind die Universität Bonn (Koordination), die Universität Bayreuth, die Europäische Fachhochschule in Brühl, die Fachhochschule Münster sowie die Unternehmen WOLF Wurstspezialitäten GmbH, Genusshandwerker GmbH & Co. KG, Bizerba Labels & Consumables GmbH, European EPC Competence Center GmbH, Landpack GmbH und Metro Logistics Germany GmbH. Im Fachbeirat sind Freshpoint, VITSAB International AB, CRYOLOG und Varcode vertreten.

Die Förderung des Vorhabens erfolgt aus Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) aufgrund eines Beschlusses des deutschen Bundestages. Die Projektträgerschaft erfolgt über die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) im Rahmen des Programms zur Innovationsförderung.

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